Solaranlagen – die Zukunft unseres Handwerks?
Jedem ist bewusst, dass fossile Energieträger nicht bis in die unbegrenzte Zukunft als Lieferant von Wärme, welche durch Verbrennung dieser, gewonnen werden kann. Anerkannte Energieexperten rechnen damit, dass die Wirtschaftlichkeit, Öl oder Gas einfach zu verbrennen, Mitte des Jahrhunderts nicht mehr gegeben sein wird. Dieses Wissen lässt vor allem uns als Schornsteinfeger immer wieder auf die Frage kommen, ob unser Handwerk bis in 40 Jahren noch existent sein wird? Aber nicht nur uns als Schornsteinfeger motiviert das Wissen der schwindenden Energielieferanten, neue Wege zu erforschen, sondern auch die Politik und die Wirtschaft sind permanent auf der Suche nach alternativen Energieträgern und Wärmelieferanten, in der Hoffnung, irgendwann unabhängig der Rohölgewinnung Produkte auf dem Markt anzubieten und so die Wirtschaft am Laufen zu halten.
Am 11. Dezember 1997 hat die Weltgemeinschaft erstmals ein Protokoll verabschiedet, welches als Durchbruch der internationalen Klimapolitik bezeichnet wird. Das sogenannte Kyoto-Protokoll verpflichtet die Vertragsstaaten dazu, ihre Treibhausgasemissionen bis zur ersten Verpflichtungsperiode von 2008 bis 2012 um durchschnittlich 5,2 Prozent unter das Niveau von 1990 zu reduzieren.
Fünf Jahre vor dem Stichtag hat die Bundesrepublik Deutschland bereits die Kyoto-Vorgaben erfüllt und die Treibhausgasemissionen gegenüber zu 1990 um 22,4 Prozent reduziert. Natürlich sind die 22,4 Prozent nur eine statistische Zahl. Und wenn man ein wenig hinter die Kulisse schaut, wird schnell klar, dass die Reduzierung nicht dem tatsächlichen Rückgang an Treibhausgasen entspricht. Trotzdem haben zu der starken Reduzierung unter anderem auch die strengen immissionsschutzrechtlichen Vorschriften des Bundes und der Länder, welche zu Teilen auch von unserem Handwerk überprüft werden, beigetragen. Ein wesentlich höherer Teil, der in den letzten Jahren zur CO²-Einsparung geführt hat, war statistisch gesehen jedoch die Zunahme an regenerativen Energieträgern, welche zur Beheizung und Stromversorgung von Privathaushalten wesentlich beigetragen haben. Nicht nur der Rohstoff „Holz“ hat in vielen Haushalten den Einzug als Wärmelieferant gefunden, sondern auch solare Anlagen haben in den letzten Jahren einen enormen Zuwachs in Privathaushalten zur Stromerzeugung gefunden. Im Vergleich zu 1990 ist die Gesamtleistung durch Solarstrom in Deutschland um knapp 5000 Megawattpeak durch diese Anlagen gesteigert worden. Natürlich lässt sich darüber streiten, ob der Zuwachs ausschließlich daher rührt, weil Solaranlagen bei der Stromerzeugung wirtschaftlicher funktionieren als die Verbrennung von Kohle in Kraftwerken. Mit Sicherheit wird jeder Experte zustimmen, dass der immense Zuwachs an Solaranlagen auf den Dächern Deutschlands den Subventionen von Bund und Land zu verdanken sind und nicht weil sie wirtschaftlich effektiver arbeiten. Anhand dieser Entwicklung kann allerdings aufgezeigt werden, dass die Politik, welche seither für unsere Aufgaben in Form von vorgeschriebenen Tätigkeiten in den einzelnen KÜO’s gesorgt hat, auch weiterhin für Tätigkeitsfelder sorgt. Das Schornsteinfegerhandwerk muss nur endlich davon loskommen, immer auf Pflichtaufgaben zu hoffen, welche eventuell von Bund oder Land als hoheitliche Tätigkeit deklariert werden. Diese Art neuer Tätigkeitsfelder wird es zukünftig für unser Handwerk nicht mehr geben. Wir können aber fast auf die Gleiche Weise wie seither auch von den Regelungen, die seitens des Gesetzgebers erlassen werden, profitieren. Der Schlüssel dazu liegt bei uns selbst: neue Tätigkeiten erkennen und diese aktiv unserer Kundschaft anbieten.
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